Quantcast

Nitrat

Nitrat

| 3 Kommentare



Als wichtiger Nährstoff wird Nitrat in Pflanzen gespeichert, der Mensch nimmt diese chemische Verbindung mit pflanzlicher Kost, aber auch mit dem Trinkwasser auf. Außerdem wird Nitrat auch als Zusatzstoff in der Lebensmittelproduktion eingesetzt. Im menschlichen Organismus ist es aber auch ein Stoffwechselendprodukt. Eine gewisse Nitrataufnahme ist also für Mensch und Tier unumgänglich, und solange nicht permanent Grenzwerte überschritten werden, auch unbedenklich. Eine hohe Nitratbelastung kann allerdings zum gesundheitlichen Problem werden. Zu viel Nitrat gelangt dann ins Trinkwasser, wenn bereits das Grundwasser entsprechend belastet ist.

Hoher Nitratgehalt im Grundwasser durch Landwirtschaft

Eine weitgehend ökologisch ausgerichtet Landwirtschaft ist ein guter Schutz gegen zu hohe Nitratwerte im Grundwasser. Konventionelle Landwirtschaft ist immer noch eine der Hauptursachen für überhöhte Nitratwerte des Grundwassers und damit später auch des Trinkwassers. Das Problem verschärft sich durch Biogasanlage, die seit einigen Jahren subventioniert wird. Auch moderne Wasseraufbereitungsanlagen können Nitrat nicht aus dem Grundwasser herausfiltern, der technische und finanzielle Aufwand sind enorm, besser ist es deshalb, die Belastung des Grundwassers so gering wie möglich zu halten. Als Stickstoffquelle ist Nitrat ein wichtiger Pflanzennährstoff, Nitratdünger kommt in der Landwirtschaft häufig zur Anwendung. Als besonders stark nitratspeichernde Pflanzen gelten beispielsweise Spinat, Rettich, Kohl oder grüne Blattsalate.

Nitrat in tierischen Produkten

Zusammen mit Kochsalz dienen Nitratverbindungen als Konservierungsmittel, indem die Vermehrung von Bakterien in tierischen Produkten gehemmt wird. Pökelsalze auf Nitratbasis bewirken darüber hinaus auch ein sattrote Fleischfarbe, die auch nach dem Erhitzen weitgehend erhalten bleibt. Paradoxerweise können Vegetarier durch die pflanzliche Kost sogar mehr belastet sein als Fleischesser. Etwa 20 Prozent der täglichen Nitratmenge wird über das Trinkwasser aufgenommen. Nitrat ist zunächst nicht giftiger als Kochsalz, durch verschiedene chemische Prozesse erfolgt jedoch im Körper eine Umwandlung in das weitaus gefährlichere Nitrit. Diese Nitritbildung erfolgt bereits in der Mundhöhle durch den Speichel, wobei allerdings nur etwa 5 Prozent des Nitratanteils in Nitrit umgewandelt wird.

Zu viel Nitrat im Trinkwasser kann im Körper erhebliche Schäden anrichten

Im weiteren Verlauf kann Nitrit durch das saure Milieu des Magens mit sogenannten Aminen zu Nitrosaminen reagieren, welche als krebserregend gelten. Es kommt also immer darauf an, dem Körper stets so wenig wie möglich Nitrate zuzuführen, um die Bildung von Nitrosaminen einzudämmen. Besonders Säuglinge und Kleinkinder reagieren empfindlich auf zu hohe Nitratgehalte im Trinkwasser. Es droht eine Methämoglobinämie, auch als Blausucht bekannt mit gestörtem Sauerstofftransport im Blut. Erfolgt die Trinkwassergewinnung aus Oberflächenwasser, so ist dies in der Regel im Hinblick auf die Nitratbelastung eher unproblematisch.

Der Nitratgehalt im Trinkwasser kann von Land zu Land stark abweichen

Wissenschaftler sind sich bis heute über Grenzwerte von Nitrat im Trinkwasser nicht einig. Und so verwundert es nicht, dass die zulässigen Grenzwerte in den verschiedenen Ländern voneinander abweichen. Höchstwerte für Nitratbelastungen des Trinkwassers sind auch manchmal mehr politisch als wissenschaftlich zu verstehen, besonders in Ländern, die vor allem auf konventionelle Landwirtschaft setzen. Der Richtwert der Weltgesundheitsorganisation WHO sieht eine zulässige Höchstbelastung des Trinkwassers von 50 Milligramm pro Liter vor. Es gibt auch Länder mit sehr niedrigen Grenzwerten, in den USA beispielsweise darf ein Gehalt von 10 Milligramm pro Liter nicht überschritten werden. Aus ökologischen und gesundheitlichen Gesichtspunkten betrachtet ist die Höhe der Grenzwerte für Nitrat im Trinkwasser in vielen Ländern bisher leider alles andere als zufriedenstellend. Wieviel Nitrat in Ihrem Trinkwasser ist, müssen Sie testen. Am besten bei einem Termine bei dem Verbraucherschutzverein Wassertankstelle. Schauen Sie wann der nächste Termin in Ihrer Nähe ist und gehen Sie den Fragen Rund um das Thema Nitrat auf den Grund

VN:F [1.9.22_1171]
Bitte bewerte meinen Artikel:
Rating: 4.6/5 (14 votes cast)
Nitrat, 4.6 out of 5 based on 14 ratings

3 Kommentare

  1. Pingback: Nitrat | water | Scoop.it

  2. Pingback: Biogasanlagen | Wasser

  3. Sehr geehrter Herr Röhrl,
    in unserem niederbayrischen Gemeindegebiet (Egglham) laufen 2015 die öffentlichen Förderungen für den Ausbau der gemeinschaftlichen Trinkwasserversorgung aus. Nun wird seitens des Wasserzweckverbands massiv Druck gemacht, noch möglichst viele Anwesen anzuschließen.
    Ich habe es mit einer privat angeschafften Umkehrosmose-Filteranlage erreicht, dass ich weitaus bessere Wasserqualität (Leitwert; Nitrat; Escherichia coli etc.) habe – wird vom Gesundheitsamt jährlich kontrolliert -, als die öffentlichen Versorger anzubieten haben.
    Welche Vorgehensweise empfehlen Sie, um einem „Zwangsanschluss“ an ein Wassernetz minderer Trinkwasserqualität zu entgehen?

    Vielen Dank für Ihre Auskunft!

    Winfried Wastl

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.