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Plastik im Meer

Plastik im Meer

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Tagtäglich werden Unmengen an Plastikmüll produziert. Mehrere Millionen Tonnen davon landen nach Angaben des Naturschutzbundes jährlich in den Weltmeeren und wachsen zu riesigen Plastikteppichen heran. Ein Beispiel dafür ist der „Great Pacific Garbage Patch“ im Nordpazifik, der bereits auf die Größe Mitteleuropas herangewachsen ist. Die Schäden für die Umwelt sind immens und aufgrund der langen Zersetzungsdauer von Plastik im Wasser (bis zu 500 Jahren) auch äußerst weitreichend. Welche Auswirkungen diese Verschmutzung durch Plastik im Meere hat, wer die Verursacher sind und was der Einzelne dagegen tun kann, soll in diesem Beitrag aufgezeigt werden.

Was ist Plastik?

Plastik bzw. Kunststoff ist ein synthetisch oder halbsynthetisch aufbereiteter Stoff, der heutzutage fast ausschließlich auf Basis von Erdöl hergestellt wird, obwohl es umweltverträglichere Alternativen dazu gäbe. Je nach gewünschten Eigenschaften des Endprodukts werden weitere Zusatzstoffe beigemischt. Der Grund für den vielfältigen Einsatz dieses Materials ist seine Form- sowie lange Haltbarkeit.

Plastik im Meer – eine tödliche Falle!

Die Folgen von Plastikmüll sind für die Meeresbewohner dramatisch. Unzählige Wale, Delfine und Meeresschildkröten verfangen oder verletzen sich in den illegal entsorgten Fischereigeräten aus Kunststoff oder dem umher treibenden Plastikmüll. Auch wird der unverdauliche Plastikmüll häufig mit der natürlichen Nahrung verwechselt und gelangt in den Verdauungstrakt, wo er innere Verletzungen und eine vollständige Verstopfung hervorrufen kann, so dass das Tier qualvoll verendet.

Plastik im Meer: Folgen für den Menschen

Nicht nur für Meerestiere, sondern auch für den Menschen wird Plastik im Wasser zu einer immer größeren Bedrohung. Jüngste Forschungsarbeiten haben bewiesen, dass bei der Zersetzung von Plastik Chemikalien freigesetzt werden, die Veränderungen im Hormonhaushalt sowie im Erbgut der Meeresbewohner hervorrufen können. Da diese Chemikalien sowohl im Verdacht stehen die Fortpflanzung und den Hormonhaushalt des Menschen negativ zu beeinflussen als auch mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht werden, ist der Mensch am Ende der Nahrungskette gleichfalls von der Verschmutzung des Wassers durch Plastikmüll betroffen.

Wie gelangt das Plastik ins Wasser?

Laut Schätzungen des UN-Umweltamts treiben bis zu 18 000 Plastikteile auf einem Quadratkilometer Wasser, doch bleibt mehr als 70 Prozent des gesamten Plastikmülls auf dem Meeresgrund vor unseren Augen verborgen. Wer sind die Verantwortlichen?
Leider werden die Ozeane als Müllkippen missbraucht und die Schifffahrt entsorgt trotz zahlreicher Abkommen und einem internationalen Verbot weiterhin ihren Müll illegal im Meer. Auch die verloren gegangene bzw. illegal entsorgte Ausrüstung der Fischerei, die Offshore-Industrie, der Tourismus, die giftigen Abwässer ebenso wie Mülldeponien an Land tragen erheblich zur Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll bei.
Aber nicht nur die Industrie oder der achtlose Strandurlauber sind dafür verantwortlich, sondern jeder einzelne Bürger. So gelangen u. a. Mikroplastik durch die Verwendung von Kosmetikprodukten wie Duschgel, Peelings oder Zahnpasten ebenso ins Meer wie Kunstfasern aus Fleece-Kleidungsstücken bei jedem Waschgang.

Was kann der Einzelne gegen die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll tun?

Plastikmüll sollte grundsätzlich an Land entsorgt werden, wo er durch sorgfältige Mülltrennung auch recycelt werden kann. Zudem lassen sich durch alternative Verpackungsmaterialien wie Glas oder Textilien viele Kunststoffabfälle von vorneherein vermeiden. Wer darüber hinaus noch auf polyethylenhaltige Kosmetikprodukte verzichtet, trägt erheblich zur Verbesserung der Situation und zur Verringerung des Plastikmülls im Meer bei.

 

Quellen:

Neturschutzbund Deutschland e.V.

Umweltbundesamt

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3 Kommentare

  1. Pingback: Plastik im Meer | water | Scoop.it

  2. Sehr guter Artikel der auch zum Nachdenken anregt.
    Ich stell mir nur die Frage bringt das Thema Pfand für Plasteflaschen in Deutschland etwas? Liefern wir damit schon einen mehrwert für die Umwelt?

    • Für mich persönlich versuche ich Plastik zu vermeiden, weil es auch mit einem Pfandsystem in der Welt ist. Das Problem ist ja, dass man kaum noch an Plastikflaschen vorbei kommt.

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