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Wasser Gefahr durch Chemie (Bild: Renata Horvat)

Die Wassergefahr ist nicht zu sehen

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Es gibt ca. 30.000 Stoffe, die bei der industriellen Herstellung von Produkten eingesetzt werden und damit am Ende im Wasserkreislauf landen können. Es drängt sich daher die Frage auf, ob die in der Trinkwasserverordnung vorgeschriebenen Messungen von 32 Stoffen ausreichen kann. Gibt es eine Wassergefahr? Es ist beunruhigend, wenn die WHO über 200 Stoffe misst in den meisten europäischen Ländern dagegen nur so wenige Stoffe gemessen werden. Erschreckend wird das ganze, wenn man auf die Mineral- und Tafelwasserverordnung blickt. Hier sind es gerade mal 10 Stoffe, die geprüft werden müssen. (Immerhin ist das die Verordnung, die für die Kontrolle von explizit für den Handel vorgesehenes Wasser beschlossen worden ist!)

Über 200 Gefahrenstoffe im Trinkwasser gefunden

Es wird niemand bestreiten können, dass in Zukunft die Komplexität der eingesetzten Stoffe in der Umwelt eher noch zunimmt als dass sie abnehmen wird. Tatsache ist, dass noch nie so viele Medikamente verschrieben worden sind wie heute. Ein Teil der Medikamente wird am Ende nicht verbraucht, sondern sorglos über die Toilette entsorgt. Hinzu kommen die Medikamentenanteile, die von den Patienten über den natürlichen Weg wieder ausgeschiedenen werden und am Ende über die Toilette ebenfalls ins Abwasser gelangen. Neben Medikamenten kommen Pestizide, Hormone, Fungizide und eine Vielzahl anderer Substanzen hinzu,, die bereits jetzt im Trinkwasser enthalten sind. Über 200 Stoffe hat das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig im Trinkwasser europäischer Proben gefunden, die nicht dort hingehören. Die Liste ist lang und schließt Pharmazeutika, Pestizide und Industriechemikalien mit ein. Es handelt sich dabei allerdings nur um die Stoffe, für die es Nachweisverfahren gibt. Vermutet werden bereits bis zu tausend Stoffe, die mangels Nachweisverfahren aber nicht bestimmt werden können. Mehr dazu erfahren Sie, wenn Sie sich die nachfolgende Arte Dokumentation anschauen:

 

Das erste Land, die die Herausforderung annimmt ist die Schweiz. Die Schweiz zieht als erste politische Konsequenz und investieren Mrd. Das damit nur ein kleiner Teil der Wasseraufbereitung umgestellt werden kann, zeigt warum die Politik insgesamt die Debatte scheut! Es ist ein riesiges Projekt dem man sich politisch stellen müsste. Hier ein Bericht des Schweizer Fernsehens vom 3. März 2014!

Grenzwertbestimmung für die im Wasser enthaltenen Gefahrenstoffe ist das Problem

Viele Forscher fordern daher aufwendigere und umfassendere Wassertests. So könnten sie ein differenziertes Bild über die Qualität des Wassers in Deutschland und Europa zeichnen. Gerade mal 15% der Gewässer in Europa wären nach der oben eingefügten Arte-Dokumentation überhaupt noch so sauber, dass diese die Grenzwerte erfüllen könnten. Über 50% hingegen wären danach „deutlich beeinträchtigt“. Aber anstatt Grenzwerte zu verschärfen, passiert genau das Gegenteil. So wurde z.B. der Mikrosiemenswert, der nach der deutschen Trinkwasserverordnung neben der chemischen Analyse gemessen werden muss, von 130 µS Mikrosiemens  zuletzt im Jahr 2011 auf 2.790 µS Mikrosiemens angehoben. Die Gefahr durch Stoffe im Wasser ist schon lange nicht mehr auf Ballungsräume beschränkt sondern betrifft auch entlegene Orte. So z.B. verändern Stoffe die Entwicklung von Tieren auch in den Alpen, wie folgender Beitrag des SWR zeigt.

Blindflug bei gefährlichen Inhalten vermeiden und Wasser testen lassen

Es drängt sich die Frage auf, wie man überhaupt noch ein glaubhaftes und realistisches Bild über die Reinheit des Wassers zeichnen kann.  Ein Indikator ist der µS Mikrosiemenwert. Dazu möchte ich nicht weiter eingehen, da ich hier in meinem Bog einen eigenen Beitrag dazu verfasst habe. Zusammengefasst möchte ich aber jeden ermutigen, den eigenen Blindflug zu beenden. Ich denke (wie auch immer man zum Thema Wasser steht) kein Verbraucher kann durch einen Test verlieren. Im Gegenteil: Mit dem Ergebnis kann jeder eine Wassergefahr ausschließen, handeln und seine persönlichen Schritte unternehmen. Den Wert können Sie entweder selber mit einem Leitwertmessgerät bestimmen oder Sie lassen Ihr Wasser bei einem Verbraucherverein kostenfrei testen.

 

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